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Freiwilligendienste und Klima? – Klimaschutz im Bistum Hildesheim


Internationale Freiwilligendienste unterstützen Menschen weltweit und fördern Lernerfahrungen bei den Freiwilligen selbst – für das Klima sind sie aber nicht unbedingt förderlich. Gerade die (Langstrecken-)Flüge, die häufig nötig sind, um vom Entsendeland zum Aufnahmeland zu gelangen, aber auch andere Transportmittel, Fahrzeuge der deutschen Post, Serverleistungen für Kommunikation via E-Mail etc. führen zu einem CO2-Ausstoß und tragen damit zum Klimawandel bei.



Der Klimawandel ist nicht gerecht


Weltweit sind Menschen vom Klimawandel betroffen, aber in unterschiedlichem Ausmaß. In der Regel sind Menschen in ärmeren Ländern stärker betroffen als in wohlhabenden Ländern, obwohl diese meist wenig zum Problem beigetragen haben und nicht über finanzielle Mittel für Schutzmaßnahmen oder Anpassungsmechanismen verfügen. Die Pro-Kopf-CO2-Emissionen in Deutschland z.B. lagen im Jahr 2016 bei 9,47 Tonnen, in Bolivien hingegen bei nur 1,79 Tonnen; der weltweite Durchschnitt liegt bei 4,4 Tonnen. Während in Bolivien bzw. Südamerika inzwischen Dürren und Wüstenbildungen verstärkt auftreten, haben Menschen in Deutschland bislang keine starken Klimawandelfolgen zu verzeichnen.


Weitere Leidtragende ohne eignen Beitrag zum Klimawandel sind zukünftige Generationen. Aus den genannten Gründen wird häufig Klimagerechtigkeit gefordert: jedem Menschen sollten, unabhängig von seiner nationalen Zugehörigkeit, Alter, Geschlecht, Religion etc., gleiche Nutzungsansprüche an die Atmosphäre zustehen. Deshalb muss gemeinsam Verantwortung für Schäden, die durch die menschengemachte Erwärmung entstanden sind, übernommen werden.


Können Emissionen wirklich kompensiert werden?


In vielen Fällen kann CO2 eingespart oder vermieden werden – bei Langstreckenflügen gibt es allerdings kaum Möglichkeiten (z.B. Direktflüge statt Umstiege). Am bekanntesten ist die Option, CO2 zu kompensieren, indem Emissionen berechnet und dann in Form von Geld an Klimaschutzprojekte gespendet werden. Problematisch an dieser Rechnung ist allerdings, dass sich nur mit den Folgen und nicht mit den Ursachen befasst wird. Dadurch wird die Illusion erzeugt, CO2 könne hin- und hergeschoben werden. Einmal ausgestoßenes CO2 kann jedoch in der Realität nicht zurückgenommen werden.


CO2 wird durch das Instrument des internationalen Emissionshandels zu einer handelbaren Ware gemacht. Die Idee ist hierbei, Klima- und Umweltschutz mit Wirtschaftswachstum zu verbinden. Es gibt festgelegte Obergrenzen der Treibhausgas-Emissionen pro Land und Industrieanlage, die jährlich sinken, um den Emissionsausstoß insgesamt zu vermindern. Durch das Handeln mit Emissions- und Verschmutzungsrechten, die als Zertifikate von Regierungen an Unternehmen ausgegeben werden, soll das Erreichen von Obergrenzen kostengünstiger werden. Das Resultat ist, dass Unternehmen teils nicht in die Reduzierung der eigenen Emissionen investieren, sondern Verschmutzungsrechte anderer Unternehmen kaufen, die ihre nicht voll ausnutzen, und somit Geld sparen. Problematisch ist daran insbesondere, dass die Rechte so billig gehandelt werden, dass Investitionen in klimafreundliche Technik wirtschaftlich nicht rentabel sind. Zusätzlich gibt es noch Emissionsgutschriften, sogenannte Offsets. Dies sind in der Regel Projekte im Globalen Süden, die vorgeben, Emissionen zu reduzieren. Durch die Investition in diese Offsets kann die CO2-Bilanz eines Unternehmens bzw. Staates im Globalen Norden verbessert werden, ohne dass eigene Emissionen reduziert werden.


Es kann durchaus sinnvoll sein, Emissionen zu kompensieren. Es sollte jedoch stets hinterfragt werden, ob die geförderten ‚Klimaschutzprojekte‘ tatsächlich einen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten und nicht nur ein Instrument von Unternehmen sind, nach außen hin ‚ökologischer‘ zu erscheinen als sie es tatsächlich sind. Wenn wir Klimaschutzprojekte unterstützen, sollten wir uns sicher sein, dass das Geld dort ankommt, wo es hingehen soll. Und statt unhinterfragt Projekte anderswo zu unterstützen, sollte stets überlegt werden, an welchen Stellen auch im Globalen Norden Emissionen gespart werden können.


Klimaschutz im Bistum Hildesheim


Das Bistum Hildesheim setzt sich auf verschiedene Weisen für Umwelt- und Klimaschutz ein: es informiert z.B. auf seiner Internetseite über Möglichkeiten, wie Kirchengemeinden CO2 einsparen können, indem auf Ökostrom umgestellt wird, die Wärmeverteilung in den Gebäuden der Gemeinde optimiert wird, wie Kirchen optimal gelüftet oder kirchliche Veranstaltungen klimafreundlich organisiert werden können. Durch einen Energiefonds können Gemeinden finanziell vom Bistum unterstützt werden.

Mitarbeiter*innen des Bistums können Fahrräder leasen oder E-Autos für Dienstreisen nutzen. Der ‚Kreuzweg der Schöpfung‘ will dazu anregen, über den eigenen Lebensstil und dessen Auswirkungen auf die Umwelt bzw. zukünftige Generationen nachzudenken. Die Klima-Fasten-Aktion bietet Impulse während der Fastenzeit, achtsamer mit der Umwelt umzugehen und CO2-Emissionen einzusparen. Eine Umweltkarte mit verschiedenen Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten der Kirchengemeinden innerhalb des Bistums soll bereits bestehende Angebote transparent machen und Gemeinden miteinander vernetzen. Über einen CO2-Rechner kann der eigene ökologische Fußabdruck errechnet werden.

Außerdem gibt es noch den Klimafonds, der Klimaschutzprojekte im Bistumspartnerland Bolivien unterstützt und auf diese Weise einen Beitrag leistet, um Treibhausgasausstoße zu kompensieren.


Was hat das mit mir zu tun?


Wenn ich an einem internationalen Freiwilligendienst teilnehme, steigt mein ökologischer Fußabdruck, schon allein wegen der Langstreckenflüge, erheblich an. Ich sollte mir dessen bewusst sein. Auch wenn meine Lebensweise in einem Land des Globalen Südens vielleicht weniger CO2 aussetzt als in Deutschland, sollte ich mich fragen, an welcher Stelle ich bewusst CO2 reduzieren oder sogar vermeiden kann und ob es für mich Möglichkeiten gibt, an politischen Stellschrauben mitzudrehen – indem ich z.B. bei der nächsten Wahl einer Partei meine Stimme gebe, die sich Klimagerechtigkeit auf die Fahnen schreibt.




Weiterführende Informationen:

Brot für die Welt: Flugverkehr im Klimawandel

Im Fokus Klimawandel aus Risiken Chancen machen

Zeit online: Klimawandel erklären? So geht’s!

FDCL: Geld wächst nicht auf Bäumen – oder doch?

Klimakollekte, kirchlicher Kompensationsfonds: Infos und CO2-Rechner

Worldmapper: Weltkarte ökologische Fußabdruck

Weltdatenatlas: CO2 Emissionen (Tonnen pro Kopf) im Ländervergleich

Naturfreunde erklären in kurzen Videos Klimagerechtigkeit und klimafreundlicher reisen

Zugvögel e.V. in einer Radiosendung aus Ulm: Was bedeutet eigentlich Klimawandel?

Fotos: pixabay.com


Text: Johanna Frommelt






Voluntariados y el clima? - Protección del clima en la diócesis de Hildesheim


Los servicios de voluntariado internacional apoyan a personas de todo el mundo y promueven experiencias de aprendizaje para lxs voluntarixs, pero no son necesariamente beneficiosos para el clima. Especialmente los vuelos (de larga distancia) que a menudo son necesarios para ir del país de envío al país de acogida, pero también otros medios de transporte, los vehículos del correo alemán, los servicios de servidores para la comunicación por correo electrónico, etc., provocan emisiones de CO2 y contribuyen así al cambio climático.


El cambio climático no es justo

El cambio climático afecta a personas de todo el mundo, pero en grados distintos. Por regla general, los habitantes de los países más pobres están más afectados que los de los países más ricos a pesar de que normalmente han contribuido poco al problema y no disponen de recursos financieros para medidas de protección o mecanismos de adaptación. Las emisiones de CO2 per cápita en Alemania por ejemplo fueron de 9,47 toneladas en 2016 frente a solo 1,79 toneladas en Bolivia; la media mundial es de 4,4 toneladas. Mientras que en Bolivia y Sudamérica en general hay un aumento de las sequías y la desertificación, los habitantes de Alemania aún no han experimentado ningún impacto grave del cambio climático.

Quien también sufrirá sin hacer una proporcional contribución al cambio climático son las generaciones futuras. Por las razones mencionadas, son frecuentes los llamamientos a la justicia climática: todo el mundo debería tener derecho a un uso igualitario de la atmósfera, independientemente de su filiación nacional, edad, sexo, religión, etc. Lo mismo ocurre con el medio ambiente. Por lo tanto, hay que asumir la responsabilidad conjunta de los daños causados por el calentamiento provocado por el hombre.


¿Es realmente posible compensar las emisiones?

En muchos casos se puede ahorrar o evitar el CO2, pero en los vuelos de larga distancia apenas hay opciones (por ejemplo, vuelos directos en lugar de cambiar de avión). La opción más conocida es la de compensar el CO2 calculando las emisiones y donando luego el dinero a proyectos de protección del clima. Sin embargo, el problema de este cálculo es que sólo trata las consecuencias y no las causas. Esto crea la ilusión de que el CO2 puede desplazarse hacia adelante y hacia atrás. Sin embargo, en realidad el CO2 una vez emitido no se puede recuperar.


El CO2 se convierte en una mercancía comercializable a través del instrumento del comercio internacional de emisiones o bonos de carbono. La idea es combinar la protección del clima y del medio ambiente con el crecimiento económico. Existen límites máximos fijos de emisiones de gases de efecto invernadero por país y planta industrial que disminuyen anualmente para reducir las emisiones en general. El comercio de derechos de emisión y contaminación, que los gobiernos emiten en forma de certificados a las empresas, pretende abaratar el cumplimiento de los topes. El resultado es que las empresas a veces no invierten en la reducción de sus propias emisiones, sino que compran derechos de contaminación a otras empresas que no utilizan totalmente los suyos, con lo que se ahorran dinero. El problema principal, es que los derechos se comercializan tan baratos que no es económicamente viable invertir en tecnología responsable con el clima. Además, existen créditos de emisión llamados offsets. Suelen ser proyectos en el Sur Global que pretenden reducir las emisiones. Al invertir en estas compensaciones, se puede mejorar el balance de CO2 de una empresa o estado del Norte Global sin reducir sus propias emisiones.


Compensar las emisiones puede tener sentido. Sin embargo, siempre hay que preguntarse si los "proyectos de protección del clima" que se apoya contribuyen realmente a la protección del clima o no son sólo un instrumento utilizado por las empresas para parecer más "ecológicas" ante el mundo exterior de lo que realmente son. Cuando apoyamos proyectos de protección del clima debemos estar segurxs de que el dinero va a parar a donde se supone que debe ir. Y en lugar de apoyar proyectos en otros lugares sin pensarlo bien, deberíamos siempre considerar dónde se puede ahorrar emisiones también en el Norte Global.


Protección del clima en la diócesis de Hildesheim

La diócesis de Hildesheim está comprometida con la protección del medio ambiente y el clima de diferentes maneras: por ejemplo informa en su página web sobre las posibilidades que tienen las parroquias de ahorrar CO2 cambiando a la electricidad verde, optimizando la distribución del calor en los edificios de la parroquia, cómo se puede ventilar las iglesias de forma óptima o cómo se puede organizar los eventos eclesiásticos de forma respetuosa con el clima. A través de un fondo de energía, las parroquias pueden recibir apoyo financiero de la diócesis.

Los empleados de la diócesis pueden alquilar bicicletas o utilizar coches eléctricos para los viajes de negocios. El "Kreuzweg der Schöpfung" quiere animar a la gente a reflexionar sobre su propio estilo de vida y su impacto en el medio ambiente y en las generaciones futuras. La Klimafastenaktion ofrece impulsos durante la Cuaresma para ser más conscientes del medio ambiente y ahorrar emisiones de CO2. Un mapa medioambiental con diversas actividades medioambientales y de protección del clima de las parroquias de la diócesis hace transparentes las ofertas existentes y conecta las parroquias . Con una calculadora de CO2 se puede calcular la propia huella ecológica.

Además, existe el fondo climático que apoya proyectos de protección del clima en Bolivia y de este modo contribuye a compensar las emisiones de gases de efecto invernadero.


¿Qué tiene que ver todo esto conmigo?

Cuando participo en un servicio de voluntariado internacional mi huella ecológica aumenta considerablemente aunque sólo sea por los vuelos de larga distancia. Debería ser consciente de ello. Aunque mi modo de vida en un país del Sur Global pueda emitir menos CO2 que en Alemania debería preguntarme cómo puedo reducir conscientemente el CO2 o incluso evitarlo, y si hay oportunidades para apoyar a cambios políticos, por ejemplo votando por un partido comprometido con la justicia climática, en las próximas elecciones.



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